Autoreninterview mit Claudia Rehm

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Hey ihr Lieben 🙂

Heute bekommt ihr ein Interview mit der lieben Claudia Rehm zu lesen, die mich mit ihrem Buch sehr fasziniert hat. Sie ist eine tolle Autorin und ein netter Mensch, außerdem ist sie sehr humorvoll, wie man während des Interviews erkennen kann. Aber nun quäle ich euch nicht länger und ihr bekommt ein paar Fragen von Claudia beantwortet 😉

  1. Da du noch eine relativ neue Autorin bist, würde ich dich bitten, dich kurz vorzustellen.

    Wenn ich mir einen Steckbrief aus den Merkmalen und Erlebnissen bekannter Buchcharaktere zusammenbasteln könnte, dann sähe er wohl so aus:
    Ich habe meistens einen langen Zopf wie Rapunzel, dieselbe Augenfarbe wie Harry Potter und stamme aus derselben Region Österreichs in der Bridget Jones mit Mark Darcy auf Skiurlaub fährt. Ich bin wenig zimperlich, so wie Katniss Everdeen, und ein kleines bisschen zur Streberin veranlagt, so wie Harry Potters Freundin Hermine. Mit Hermine und Harry teile ich außerdem noch eine andere Gemeinsamkeit, nämlich dass ich schon seit fünf Jahren in England lebe.

  2. Würdest du uns vielleicht kurz erzählen, worum es in deinem (zauberhaftem ❤ ) Buch geht?

    Die Nacht der tausend Farben - Tödliche Elemente von Claudia RehmAlles dreht sich um die sechzehnjährige Formwandlerin Emma Trinall, die als jüngste Tochter einer angesehenen Familie weißer Magier ein behütetes und sorgenfreies Leben führt. Doch das ändert sich schlagartig, als Emma in der Nacht der Tausend Farben eine seltene Gabe erhält, die unter weißen Magiern so gefürchtet ist, dass sie von ihren eigenen Freunden und Lehrern angegriffen wird. Sie fasst den mutigen Entschluss ins Reich der schwarzen Magie zu fliehen doch auch dort muss sie schnell feststellen, dass sie alles andere als sicher ist. Sie erfährt von einer todbringenden Verschwörung gegen die weiße Magie, von der auch ihre eigene Familie bedroht ist, und stürzt sich Hals über Kopf in einen gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit um sie aufzuhalten. Dabei stößt Emma nicht nur auf erbitterten Widerstand von schwarzen Magiern, sondern auch von weißen Magiern, die in Emmas seltener Gabe noch immer eine Gefahr sehen. Verfolgt von beiden Seiten der Magie weiß Emma nicht, wem sie trauen kann. Doch gerade, als ihre Lage aussichtslos scheint, streckt ausgerechnet ein junger, schwarzer Magier namens Harris helfend seine Hand nach Emma aus. Emma ringt sich zu einer riskanten Entscheidung durch. Um die Verschwörung aufzuhalten, vertraut sie Harris nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben eines ihrer wenigen Verbündeten an, und legt damit das Schicksal der weißen Magie in die Hände eines einzigen, schwarzen Magiers.

  3. Wie kam dir die Idee für „Die Nacht der tausend Farben“?

    Die Idee zu „Die Nacht der Tausend Farben“ hat, so wie die Charaktere in meinem Buch, eine recht dramatische Wandlung hinter sich. Vor ein paar Jahren habe ich an einer Kurzgeschichte gearbeitet, die nach ihrer Fertigstellung so lange in einer Schublade verschwunden ist, bis ich sie komplett vergessen hatte. Letztes Jahr kam mir diese Geschichte zufällig wieder unter die Nase und ich fand sie so gut, dass ich mich spontan dazu entschied, sie zu einem Buch auszuarbeiten. Allerdings hat mich an der Geschichte etwas ganz Entscheidendes gestört, und zwar dieTatsache, dass die Heldin der Story ein bisschen zu perfekt und fehlerfrei war. Ich wollte ihr ein paar Ecken und Kanten verpassen und der Geschichte damit eine Hauptfigur geben, die Makel hat und manchmal auch schlechte Entscheidungen trifft. Als ich mit dem überarbeiteten Charakter meiner Heldin zufrieden war, musste ich dann feststellen, dass sie vollkommen über die ursprüngliche Handlung der Geschichte hinausgewachsen war. Also trennte ich die Heldin von ihrer eigentlichen Geschichte und begann um sie herum eine völlig neue Handlung aufzubauen. Aus dieser Heldin entstand dann schlussendlich Emma und mit ihr die Idee zu “die Nacht der Tausend Farben“.

  4. In was denkst du, hättest du dich in der Nacht der tausend Farben verwandelt? Und unabhängig davon, in was du glaubst, dass du dich verwandeln würdest, was wäre denn deine Wunschgestalt?

    Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich am liebsten ein Vogel. Mir gefällt die Vorstellung, einfach meine Flügel auszubreiten um hinzufliegen wo ich gerade will und außerdem muss es amüsant sein, vom Himmel aus das Treiben der Leute auf der Erde im Überblick zu haben. Realistisch betrachtet wäre ich aber wahrscheinlich eher ein ziemlich bodenständiges Tier geworden. Ein Maulwurf zum Beispiel. Fleißig, hart arbeitend, klein und mit sehr scharfen Zähnen ausgestattet…

  5. Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen?

    In dieser Hinsicht unterscheide ich mich wohl nicht sonderlich von anderen Autoren. Zum Schreiben bin ich nicht aufgrund irgendeiner spontanen Eingebung gekommen, sondern das hat sich über viele Jahre hinweg so entwickelt. Als Kind habe ich gerne gelesen und auch immer schon viel geschrieben – von Theaterstücken über Schulaufsätze bis hin zu Zeitungsartikeln hat mich sehr früh alles was mit dem geschriebenen Wort zu tun hat begeistert. Als Teenager habe ich mich dann zum ersten Mal an einer längeren Geschichte versucht und irgendwann hat das Schreiben einen immer größeren Teil meiner Freizeit eingenommen, bis schließlich mein erstes Buch entstanden ist.

  6. Wann und warum hast du beschlossen, dein Buch zu veröffentlichen?

    Ich denke jeder Mensch, der Freude daran hat Geschichten zu erfinden, hat das Bedürfnis diese Geschichten auch zu teilen. In meinem Fall würde mir das Schreiben glaube ich nicht besonders viel Spaß machen, wenn meine Geschichten von niemandem gelesen werden würden. Bei mir entsteht deshalb kein Buch, das nicht von vorneherein für die Veröffentlichung bestimmt ist. Manchmal kommt es aber vor, dass sich Geschichten nicht so entwickeln wie geplant und dann kann es passieren, dass eine Idee wieder in der Schublade verschwindet, ohne dass ich sie jemals mit jemandem geteilt habe.

  1. Was ist dein Lieblingsbuch und warum? Hast du vielleicht auch einen Lieblingsautor oder eine Lieblingsautorin, die dich zum Schreiben inspiriert haben?

    Mein momentanes Lieblingsbuch ist „The Gift of Rain“ von Tan Twan Eng, auch wenn es gegen Ende ziemlich blutrünstig wird und ich persönlich mit meinen eigenen Charakteren ein wenig zimperlicher umgehe als dieser Autor. Einen speziellen Lieblingsautor habe ich nicht, aber ich finde immer wieder aufs Neue Gefallen an den Büchern von Stefan Zweig die tiefgründig, aufregend und sehr präzise recherchiert sind.

  2. Gibt es einen Buchcharakter oder mehrere, die du gerne aus einem Buch heraus zaubern würdest?

    Als ich jünger war, habe ich die Bücher von Astrid Lindgren regelrecht verschlungen. Ein Charakter, der mich seit meiner Kindheit nicht mehr losgelassen hat, ist Jonathan, aus ihrem Buch „Die Brüder Löwenherz“. Jonathan ist auf eine sehr bescheidene, selbstlose Art ein richtiger Held und ich denke in vielerlei Hinsicht hat er in meinem aktuellen Buch Robin, Emmas älteren Bruder, inspiriert. Wenn ich Jonathan irgendwann irgendwo auf der Straße treffen würde, hätte ich auf jeden Fall das Gefühl einen meiner ersten und wohl auch größten Schwärme gesehen zu haben.

  3. Werden wir von dir noch mehr zu lesen bekommen, als „Tödliche Elemente“ und könntest du dir dafür vorstellen, das Genre zu wechseln?

    Im Moment schreibe ich fleißig an der Fortsetzung von „Die Nacht der Tausend Farben – Tödliche Elemente“ und habe danach auch noch einen dritten Teil für diese Reihe geplant. Da ich allerdings die Aufmerksamkeitsspanne eines fünfjährigen Kindes habe und mich nie lange auf nur eine einzige Sache konzentrieren kann, unternehme ich gerne und oft Ausflüge in andere Genres. Im Moment arbeite ich zum Beispiel noch an einer Dystopie und an einem ziemlich düsteren Thriller, die ich früher oder später veröffentlichen will.

  4. Wie viele Bücher besitzt du und wie viele liest du ca. in einer Woche?

    Ich besitze auf jeden Fall zu viele Bücher, als dass ich diese Frage mit einer konkreten Zahl beantworten könnte . Seit ich das Schreiben für mich entdeckt habe, lese ich allerdings nicht mehr so viel wie früher und widme mich vermehrt meinen eigenen Geschichten. Ich halte es aber für wichtig, dass Autoren neben dem Schreiben das Lesen nicht vergessen, denn nur wenn man am eigenen Leib erfährt, was einen als Leser mitreißt, berührt oder zum Staunen bringt, kann man das auch in seine eigenen Geschichten einarbeiten. Es gibt deshalb kaum einen Tag, an dem ich nicht wenigstens ein paar Seiten irgendeines guten Buchs gelesen habe und das wird sich mit Sicherheit auch in Zukunft nicht ändern.

  5. Leider neigt sich mit dieser Frage unser Interview schon dem Ende zu, doch eine letzte Frage habe ich noch an dich. Kannst du den anderen angehenden Autoren oder Interessierten einen Tipp für das Schreiben geben?

    Aber natürlich. Ich finde, dass in der heutigen Welt das Schreiben und Veröffentlichen von Büchern recht schnelllebig geworden ist. Manche Autoren machen es sich zur Aufgabe ein möglichst kurzes Buch zu schreiben und es so schnell wie möglich an so viele Leser wie möglich zu bringen. Ich denke aber dass das Wertvollste, was man als Autor einem Buch geben kann, Zeit ist. Mir geht es oft so, dass ich mit einer Geschichte eigentlich zufrieden bin, ich sie aber dann absichtlich ein paar Wochen lang zur Seite lege und wenn ich wieder darauf zurückkomme, gefallen mir einzelne Abschnitte überhaupt nicht mehr. Ein gutes Buch braucht viele Runden sorgfältiger Überarbeitung und das bedarf viel Ausdauer, Geduld und Hartnäckigkeit. Wer nicht die Zeit und Lust dazu hat, sich so ausführlich und so detailliert mit seinen Texten zu befassen, der sollte es wahrscheinlich auch mit dem Schriftstellerdasein lassen.

 

Danke Claudia, dass du meine Fragen beantwortet hast! Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung deines Buches 🙂

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